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Galaxy Note Edge im Test: Das Smartphone im Dali-Stil

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Das Galaxy Note Edge kann viel und kostet viel.
Das Galaxy Note Edge kann viel und kostet viel. (©TURN ON 2015)

Smartphones gibt es wie Sand am Meer. Ein Alleinstellungsmerkmal kann also nicht verkehrt sein. Und beim Samsung Galaxy Note Edge wird dieses gleich auf den ersten Blick deutlich: Der Androide hat einen Knick im Display. Das klingt zunächst komisch, kann im Alltag aber ganz praktisch sein. Warum? Das sagen wir Dir in unserem Test.

Design: Hatte Salvador Dali seine Finger im Spiel?

Keine Frage: Das Samsung Galaxy Note Edge fällt auf – nicht nur wegen seiner stattlichen Größe von 5,6 Zoll. Vor allem das an der rechten Seite in einer sanften Rundung auslaufende Display zieht die Blicke auf sich. Das mag manch einen vielleicht an ein Bild von Salvador Dali erinnern und Fans luxuriöser Unterkünfte denken womöglich an einen Infinity-Pool. Welche Assoziationen der abgerundete Knick auch immer weckt, er ist das Alleinstellungsmerkmal, das ein Phablet im unübersichtlichen Smartphone-Markt gebrauchen kann. Ob es sinnvoll ist, und den nicht unerheblichen Preisunterschied zum sehr ähnlichen Galaxy Note 4 rechtfertigt, ist eine andere Frage. Das Design ist insgesamt jedoch sehr stimmig.

Doch es gibt auch Kritikpunkte: Samsung-Skeptiker stürzen sich zuallererst auf die Gehäuserückseite, die herstellertypisch aus dünnem Plastik besteht. Dass das Backcover einen Leder-Look nachahmt, macht das Smartphone hinsichtlich der Haptik nicht wertiger. Immerhin: Die dünne Kunststoffschale fällt kaum ins Gewicht und trägt nur wenig zu den 174 Gramm bei, die das Galaxy Note Edge insgesamt auf die Waage bringt. Edler und robuster wirkt da schon der Metallrahmen des Phablets. Auch Kamera, Knöpfe und Lautsprecher sind schick in Metall eingefasst.

 Die Rückseite ahmt den Look von Leder nach. fullscreen
Die Rückseite ahmt den Look von Leder nach. (©TURN ON 2015)

Handling: Der Knick macht's

Dass das Samsung Galaxy Note Edge auf dem aktuellen Note 4 basiert, wird nicht nur optisch, sondern auch beim Handling deutlich. Die neue Modellvariante ist ein wenig breiter, bringt dafür aber eine etwas kleinere Display-Diagonale mit (5,6 Zoll im Vergleich zu 5,7 Zoll beim Note 4). So oder so: Das Phablet mit einer Hand zu bedienen, dürfte vielen bereits schwerfallen. Da machen 0,1 Zoll keinen merklichen Unterschied.

Hier kommt das seitliche Zusatz-Display des Galaxy Note Edge ins Spiel. Dieses zeigt auf dem Home-Screen frei wählbare und zum Teil auch individualisierbare Panele an. Nach dem ersten Starten des Testgerätes finden wir hier eine anpassbare Leiste mit Favoriten-Apps vor. Diese bleibt auch beim Wechsel zwischen verschiedenen Startbildschirmen immer präsent. Erst beim Starten einer App verschwindet die Leiste, kann aber per Wisch zurückgeholt werden. Wer verschiedene Panele aktiviert hat, kann per seitlichem Scrollen zur nächsten Leiste wechseln – ein durchaus interessantes Gefühl, über das gewölbte Glas zu wischen. Durch Herunterziehen vom oberen Rand öffnet sich eine praktische Tool-Leiste, unter anderem mit Taschenlampen- und Lineal-Funktion. Beim Wischen von unten nach oben erscheint das Einstellungs-Icon für das Zusatz-Display.

Der Clou des Galaxy Note Edge: das Curved-Display an der rechten Seite. fullscreen
Der Clou des Galaxy Note Edge: das Curved-Display an der rechten Seite. (©TURN ON 2015)
Darauf lassen sich zum Beispiel Favoriten-Apps anzeigen. fullscreen
Darauf lassen sich zum Beispiel Favoriten-Apps anzeigen. (©TURN ON 2015)
Die Kurve verleiht dem Smartphone eine besondere Optik. fullscreen
Die Kurve verleiht dem Smartphone eine besondere Optik. (©TURN ON 2015)

Diese Zusatzleiste, die wahlweise Benachrichtigungen oder häufig benutzte Apps anzeigt, ist im Alltag durchaus praktisch. Auch einige vorinstallierte Anwendungen machen von ihr Gebrauch, zum Beispiel die Kamera-App oder S Note, indem sie Menüs hierhin auslagern. Dadurch entsteht beim Fotografieren fast das Gefühl, eine richtige Kamera auszulösen. Die Befürchtung, dass die Icons auf dem Edge-Display ständig aus Versehen gedrückt werden, ist übrigens – weitestgehend – unbegründet. Nur wer die Kamera-App aktiviert lässt, um im richtigen Moment sofort losknipsen zu können, wird hin und wieder versehentlich Fotos schießen.

Display: QHD und satte Farben

Das Display des Samsung Galaxy Note Edge weiß zu beeindrucken – nicht nur mit seiner Kurve. Unter dem gewölbten Glas sitzt tatsächlich nur ein Screen. Wir reden lediglich von einem Zusatz-Display, weil es wie ein solches funktioniert und unabhängig vom Hauptbildschirm genutzt werden kann. Dieser löst übrigens mit 2560 x 1440 Pixeln und damit in QHD auf. Der seitliche Screen steuert noch einmal 160 Pixel bei, insgesamt liegt das Seitenverhältnis mit 2560 x 1600 Pixeln also bei 16:10. Inhalte werden darauf gestochen scharf, kontrastreich und ausreichend hell dargestellt. An die Helligkeitswerte des verwandten Galaxy Note 4 reicht das Note Edge allerdings nicht ganz heran. Dafür überzeugt das Super-AMLOED-Display bei der Farbwiedergabe auf ganzer Linie. Fotos und Videos sehen einfach toll auf dem 5,6 Zoll großen Screen aus.

Hardware und Ausstattung: Lässt keine Wünsche offen

Technisch handelt es sich beim Galaxy Note Edge um ein High-End-Smartphone, das den Vergleich mit anderen Phablets nicht zu scheuen braucht. Wie beim Schwestermodell kommt auch beim optisch ausgefallenen Android-Gerät mit Knick ein Snapdragon 805 mit vier Kernen und einer Taktfrequenz von 2,7 GHz zum Einsatz. Unterstützt wird die CPU von 3 GB Arbeitsspeicher. Damit starteten im Test alle Anwendungen flott und liefen flüssig – Ruckler bemerkten wir keine, auch nicht bei Nutzung des Edge-Displays. Als Betriebssystem ist Android 4.4.4 KitKat vorinstalliert.

Die Hauptkamera des Samsung Galaxy Note Edge löst mit 16 Megapixeln auf. Dank ihres rückwärtig belichteten Sensors und der optischen Bildstabilisierung schießt die Smartphone-Kamera genauso beeindruckende Bilder wie das Galaxy Note 4. Positiv aufgefallen ist vor allem die Funktion "Selektiver Fokus". Damit lässt sich im Nachhinein der Fokus auf den Bildvorder- oder -hintergrund setzen. Daran dürften sich vor allem diejenigen erfreuen, die gerne mit der Schärfentiefe herumspielen und einen DSLR-ähnlichen Effekt erzielen wollen.

Die Rückkamera bringt 16, die Frontkamera 3,7 Megapixel mit. fullscreen
Die Rückkamera bringt 16, die Frontkamera 3,7 Megapixel mit. (©TURN ON 2015)
Ein optischer Bildstabilisator ist ebenfalls an Bord. fullscreen
Ein optischer Bildstabilisator ist ebenfalls an Bord. (©TURN ON 2015)
Auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen ist das Ergebnis ansehnlich. fullscreen
Auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen ist das Ergebnis ansehnlich. (©TURN ON 2015)
Mit dem selektiven Fokus lassen sich interessante Effekte erzielen. fullscreen
Mit dem selektiven Fokus lassen sich interessante Effekte erzielen. (©TURN ON 2015)
Ist der Modus aktiviert, ... fullscreen
Ist der Modus aktiviert, ... (©TURN ON 2015)
... lässt sich der fokussierte Bereich im Nachhinein wählen. fullscreen
... lässt sich der fokussierte Bereich im Nachhinein wählen. (©TURN ON 2015)
Hier ist die Blume im Vordergrund fokussiert. fullscreen
Hier ist die Blume im Vordergrund fokussiert. (©TURN ON 2015)
Hier wird der Hintergrund scharf dargestellt. fullscreen
Hier wird der Hintergrund scharf dargestellt. (©TURN ON 2015)

Für Fotos und Co. stehen beim Galaxy Note Edge 32 GB interner Flash-Speicher zur Verfügung. Wer mehr Platz braucht, kann diesen per Micro-SD-Karte erweitern. Und auch sonst gibt es kaum etwas, das der Ausstattungsriese nicht mitbringt: Fingerabdrucksensor, UV-Sensor und der Note-eigene S Pen sind ebenso mit an Bord wie LTE, NFC und Bluetooth 4.1.

Der S Pen lässt sich einfach aus der Gehäuseunterseite ziehen. fullscreen
Der S Pen lässt sich einfach aus der Gehäuseunterseite ziehen. (©TURN ON 2015)
Er kann zum Beispiel für handschriftliche Notizen verwendet werden. fullscreen
Er kann zum Beispiel für handschriftliche Notizen verwendet werden. (©TURN ON 2015)
Ein Druck auf den Knopf am Stift öffnet ein Zusatzmenü. fullscreen
Ein Druck auf den Knopf am Stift öffnet ein Zusatzmenü. (©TURN ON 2015)

Akkuleistung: Nicht so ausdauernd wie das Galaxy Note 4

Leider setzt Samsung im Galaxy Note Edge auf einen kleineren Akku als im technisch verwandten Schwestermodell. Statt 3220 mAh speichert das Aggregat im kurvigen Phablet nur 3000 mAh. Daher muss das Modell im Alltagsgebrauch mindestens einmal täglich an die Steckdose – dafür immerhin nur kurz. Dank Schnellladefunktion ist es bereits nach einer halben Stunde wieder zur Hälfte geladen. Ist selbst dafür keine Zeit, holt Samsungs Ultra Power Saving Mode noch die eine oder andere Stunde mehr raus, bevor dem Phablet der Saft ausgeht.

Fazit: Riesen-Smartphone zum Riesen-Preis

Mit dem Galaxy Note Edge hat Samsung ein top ausgestattetes Android-Smartphone und eine echte Innovation im Programm. Das Phablet mit Rundung fällt auf und macht Spaß – ist aber auch echt teuer. 799 Euro ruft der Hersteller für sein Design-Experiment auf. Das zusätzliche Display lässt sich Samsung also mit fast 150 Euro bezahlen. Denn das verwandte Galaxy Note 4 gibt es bereits für 659 Euro.

 Das Galaxy Note Edge ist leider nicht für jeden erschwinglich. fullscreen
Das Galaxy Note Edge ist leider nicht für jeden erschwinglich. (©TURN ON 2015)

Entscheidend für den Kauf ist daher die Frage: Will ich ein auffälliges wie innovatives Smartphone besitzen – oder zählen für mich nur die inneren Werte? Dann bin ich mit dem günstigeren Note 4 besser beraten. Wer die 150 Extra-Euro allerdings vertretbar findet, kann getrost in das Note Edge investieren. Und damit vermutlich schon mal Zukunftsluft schnuppern. Denn nicht nur die Gerüchte um das Galaxy S6 mit zwei Edge-Displays zeigen: Samsung steht auf Kurven.

Wer das neue Samsung-Flaggschiff gerne "live" sehen möchte, der findet hier noch das ausführliche Test-Video von Alex.

TURNON
Score
4.2
Samsung Galaxy Note Edge
Samsung Galaxy Note Edge
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  • Akkuleistung
    4.0
  • Ausstattung
    4.0
  • Design
    5.0
  • Handling
    4.0
  • Hardware
    5.0
  • Preis-Leistung
    3.0

Datenblatt

  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Abmessungen
    82,4 x 151,3 x 8,3 Millimeter
  • Gewicht
    174 Gramm
  • Farben
    Weiß, Schwarz
  • Preis (UVP)
    899 Euro

Hardware und Software

  • Display-Größe
    5,6 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    2560 x 1440 + 160 Pixel, Super AMOLED
  • Prozessor-Taktung
    Quad-Core-Prozessor mit 2,7 GHz
  • Prozessor
    Qualcomm Snapdragon 805
  • Arbeitsspeicher
    3 GB
  • Speicherkapazität
    32 GB
  • Betriebssystem
    Android 4.4 KitKat
  • Kameras
    Frontkamera (3,7 Megapixel) und Rückkamera (16 Megapixel)
  • SIM-Karten-Format
    Micro-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    Micro-SD, USB 2.0, 3,5-mm-Kopfhöreranschluss
  • Konnektivität
    GSM, 3G, LTE, Bluetooth, WLAN, NFC, Infrarot
  • Akkukapazität
    3000 mAh
  • Besondere Merkmale
    S Pen, Fingerabdruckscanner
Meinung des Autors
Mir gefällt das Samsung Galaxy Note Edge ausgesprochen gut. Zwar kann ich mir vorstellen, dass die Euphorie über das seitliche Display nach einiger Zeit nachlässt. Am Anfang war es aber aufregend, ein so auffallend anderes Smartphone dabei zu haben. Und es gibt ein weiteres Ausstattungsmerkmal, das mich beim Phablet mit Kurve fesselte: die Kamera mit zugehöriger Foto-App. Als Besitzerin eines Galaxy S5 ertappe ich mich selbst immer wieder dabei, dass ich Fotos vermehrt mit meinem Smartphone schieße und die schwerere Systemkamera immer häufiger zuhause lasse. Denn trotz der vergleichsweise kleinen Optik liefert die Hauptkamera akzeptable Ergebnisse ab. Das gilt für das Samsung Galaxy Note Edge mit optischem Bildstabilisator umso mehr. Insbesondere der "Selektive Fokus"-Modus hat es mir angetan und mich lange beschäftigt. Der Tiefenunschärfeeffekt ist wirklich beeindruckend.

Allerdings musste ich erst einmal schlucken, als ich den Preis des Samsung-Phablets erfahren habe. 799 Euro sind schon eine Hausnummer. Für jemanden, der alle besonderen Features des Galaxy Note Edge regelmäßig nutzt und dafür beispielsweise auch auf eine Digicam verzichtet, mag sich die Anschaffung vielleicht lohnen. Da mir das Top-Smartphone aber einen Hauch zu groß (passt nicht in meine Jackentasche) und einen gewaltigen Hauch zu teuer ist, kommt ein Kauf für mich nicht infrage. Zumindest derzeit. Vielleicht wird das Phablet ja in absehbarer Zeit günstiger.
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