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Smart-Home-Messgerät Foobot im Test: Achtung, dicke Luft!

Mit Foobot lassen sich Luftbelastungen erkennen.
Mit Foobot lassen sich Luftbelastungen erkennen. (©TURN ON 2017)

Fürs Smart Home gibt es etliche Geräte wie Kameras, Wetterstationen oder smarte Schalter. Aber Foobot kann die Luftqualität messen und warnen, wenn Schadstoffe oder zu viel Staub durchs Zimmer wirbeln. Ob das Gerät wirklich dicke Luft erkennen und davor warnen kann, zeigt der Test von TURN ON.

Ob man mal wieder lüften muss, merkt man meist am Geruch. Aber was ist mit Luftschadstoffen, die man nicht riechen oder sehen kann? Bislang ist man da auf teures Equipment angewiesen, das normalerweise nur im Gesundheitsamt zur Verfügung steht, um diese Luftverunreinigungen zu messen. Wenn etwa durch Putzmittel oder beim Renovieren die Luft plötzlich voller Schadstoffe ist, soll Foobot davor warnen können.

Im Smart Home verunreinigte Luft erkennen

Die Hersteller geben an, dass die Luft in Innenräumen wesentlich stärker belastet ist, als viele Menschen glauben. In Studien hat etwa die Weltgesundheitsorganisation WHO Hinweise gefunden, dass viele Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Asthma durch die schlechte Innenluft wenigstens begünstigt werden. Mit Foobot soll es im Smart Home nun möglich sein, diese Belastungen zu entdecken und sichtbar zu machen.

 Smart Home: Foobot im Einsatz beim Malern. fullscreen
Smart Home: Foobot im Einsatz beim Malern. (©Airboxlab 2017)

Das Gerät selber ähnelt etwas einem kleinen Bluetooth-Lautsprecher, ist gut 16 Zentimeter hoch und besteht aus einem weißen, etwas rauhen und griffigen Kunststoff. Je nach Betriebszustand leuchten dahinter blaue oder rote LEDs, die eine aktuelle Luftbelastung anzeigen. Angeschlossen wird das Gerät einfach ans Stromnetz und ist nach wenigen Sekunden theoretisch betriebsbereit. Theroretisch, weil die Anbindung per App und WLAN reichlich knifflig ausfällt. Damit sich das Gerät erstmalig mit dem Funknetzwerk verbinden kann, muss es wirklich unmittelbar neben dem Router stehen. Schon im Nachbarraum, wo durchaus noch guter Empfang sein kann, geht es schon nicht mehr. Die komplett automatische Einrichtung haben wir bei unseren Tests nur selten hinbekommen, meistens muss man einen kleinen Umweg gehen und das Smartphone direkt mit dem Foobot verbinden.

Foobot kann überall in der Wohnung aufgestellt werden

Hat sich das Messgerät mit dem WLAN einmal "beschnuppert" und mit dem Netzwerk angefreundet, kann man es innerhalb der Reichweite bedenkenlos durch die Wohnung tragen und überall aufstellen. Nach dem Anschließen ans Stromnetz findet die App das eingerichtete Gerät schnell wieder und bekommt Daten übermittelt. Das geht sofort, aber um wirklich genaue Messdaten liefern zu können, muss der Sensor insgesamt sechs Tage aufwärmen. In dieser Zeit kann das Gerät jedoch schon ganz normal verwendet werden.

Wenn die Luft rein ist, zeigt Foobot ein blaues Licht, ... fullscreen
Wenn die Luft rein ist, zeigt Foobot ein blaues Licht, ... (©TURN ON 2017)
... das Gehäuse ist aus weißem Kunststoff, ... fullscreen
... das Gehäuse ist aus weißem Kunststoff, ... (©TURN ON 2017)
... der sehr grifffreundlich ist ... fullscreen
... der sehr grifffreundlich ist ... (©TURN ON 2017)
... und das Design ist insgesamt modern. fullscreen
... und das Design ist insgesamt modern. (©TURN ON 2017)

Gemessen werden können diverse Daten wie etwa die Luftfeuchtigkeit und auch die Temperatur. Vor allem aber erschnüffelt Foobot Staubpartikel sowie Schimmelsporen und Pollen in der Raumluft, kann den Kohlendioxid-Gehalt (CO2) messen und vor allem diverse chemische Verbindungen aufspüren. Dazu gehören Formaldehyd – das früher in Pressspanplatten verwendet wurde und in manchen alten Möbeln noch vorkommen kann – Toluol, Benzol und andere teils giftige Kohlenwasserstoffe. Außerdem ist das Gerät auch in der Lage, das hochgiftige Kohlenmonoxid zu entdecken – was etwa für Kamin- und Ofenbesitzer interessant sein könnte.

Messungen orientieren sich streng an WHO-Vorgaben

Die Hersteller geben an, sich dabei streng an den Vorgaben der WHO zu orientieren. Partikel mit einer Größe von rund 2,5 Mikrometern werden registriert und das Gerät geht in den Alarmmodus, wenn die von der WHO empfohlene Konzentration (für Fachleute: 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft über 24 Stunden) für diese kleinen Teilchen überschritten wird. Ebenfalls an WHO-Empfehlungen orientiert sich das Gerät bei den Chemikalien. Hier zeigt Foobot auch schon geringste Mengen an und warnt bei Kohlenmonoxid bei der ungefähren Menge eines kleinen Regentropfens in einem Swimmingpool (bei 300 ppb). In jedem Fall ist die Messung so gründlich, dass die offiziellen Grenzwerte der UN-Organisationen beachtet werden. Während das Gerät per Farbwechsel unmittelbar warnt, werden die gemessenen Daten in der App außerdem aufgezeichnet. Gerade bei verunreinigter Luft kommt es sehr auf die Dauerbelastung an, die sich dann in der App ablesen lässt.

In unseren Tests funktionierte Foobot verblüffend und tadellos. Staubbelastungen in der Wohnung wurden zuverlässig entdeckt und konnten durch Lüften schnell beseitigt werden. Bei Kohlendioxid reagieren Sensor und App zuverlässig. Auch Putzmittel mit Kohlenwasserstoffen wie etwa Pinselreiniger konnte das Gerät aufspüren. Im Betrieb lässt sich per Smartphone-App gut beobachten, wie sich durch Frischluft eine Luftbelastung schnell reduziert. Ein neues Argument dafür, regelmäßig die Fenster zu öffnen. Ein durchdachtes Feature stellt auch die Möglichkeit dar, nachts nach einem Zeitplan das blaue Standardlicht zu dimmen, damit die Beleuchtung den Schlaf nicht stört, die Luftüberwachung aber weiterlaufen kann.

Ist die Luft innerhalb der Grenzwerte, strahlt das Gerät blau, ... fullscreen
Ist die Luft innerhalb der Grenzwerte, strahlt das Gerät blau, ... (© 2017)
... stimmt aber ein Wert nicht – in diesem Fall Kohlendioxid – leuchtet es orange. fullscreen
... stimmt aber ein Wert nicht – in diesem Fall Kohlendioxid – leuchtet es orange. (© 2017)
Renovieren: Wenn das Zimmer ausgeräumt wird, registriert das Gerät eine Staubbelastung (12:00), und beim Streichen dann gibt es ebenfalls einen Anstieg (17:00). fullscreen
Renovieren: Wenn das Zimmer ausgeräumt wird, registriert das Gerät eine Staubbelastung (12:00), und beim Streichen dann gibt es ebenfalls einen Anstieg (17:00). (© 2017)
Abends gehen die Staubwerte erneut hoch, sinken aber nachts auch wieder. fullscreen
Abends gehen die Staubwerte erneut hoch, sinken aber nachts auch wieder. (© 2017)

SMS bei schlechter Luft: Automatisierung per IFTTT möglich

Wer will, kann auch ferngesteuerte Aktionen mit den Messwerten von Foobot verknüpfen. Über das Automatisierungsprotokoll  IFTTT  ("If this, then that") lassen sich etliche Aktionen auswählen, die automatisch gestartet werden. So kann man sich etwa per SMS warnen lassen, wenn bestimmte Luftwerte überschritten sind. Als eine Art Babyfon für die Luftqualität eine interessante Anwendung.

Foobot ist eine prima Idee, denn damit werden wichtige, für die Gesundheit relevante Daten gemessen, die man sonst eher nicht beachtet. Das Gerät ist nach ein paar Anfangsproblemen schnell eingerichtet und tut dann tadellos seinen Dienst. Man kann prima beobachten, wie sich die Luftqualität durchs Lüften wirklich rapide bessert. Mit einem Preis von 199 Euro bewegt sich Foobot in einem für hochwertige Smart-Home-Geräte üblichen Rahmen.

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