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Smart-Speaker Sony LF-S50G im Test: Wenn gut nicht gut genug ist

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Mit dem LF-S50G steigt auch Sony in das Rennen um die Smart-Speaker-Krone ein. Ausgestattet mit Google Assistant wollen die Japaner eine hochwertigere Alternative zu Amazon Echo und Google Home anbieten. Ob das gelungen ist, verrät unser Test.

Ähnlich wie das iPhone vor über zehn Jahren den Markt für Mobiltelefone durcheinander gewirbelt hat, so hat das der Amazon Echo auch für das Audio-Segment vermocht. Aktuell gibt es kaum einen Hersteller, der nicht versucht, einen eigenen sogenannten Smart Speaker auf dem Markt zu etablieren. Nachdem wir in den vergangenen Wochen bereits den Panasonic SC-GA10 und den Apple HomePod testen konnten, ist nun der LF-S50G von Sony an der Reihe. Dieser kommt, ähnlich wie das Panasonic-Modell, mit eingebautem Google Assistant daher und möchte sich damit als hochwertigere Alternative zum Google Home empfehlen.

Warum der Sony LF-S50G keine Kopie des HomePod ist

Es wäre leicht, den Sony LF-S50G als optische Kopie des Apple HomePod abzutun. Aber nachdem ich beide Lautsprecher direkt nebeneinander gesehen habe, finde ich das nicht so ganz fair. Klar, grundsätzlich teilen sich Sony und Apple eine Design-Philosophie. Aber: Der LF-S50G gibt sich merklich schlanker als der HomePod und hebt sich zudem durch seinen sichtbaren Standfuß ab. Noch wichtiger ist aber, dass Sony mit seinem Smart Speaker einfach zuerst da war, was dem Kopie-Vorwurf jegliche Grundlage raubt.

Die Ähnlichkeiten zum Apple HomePod sind kaum zu übersehen. fullscreen
Die Ähnlichkeiten zum Apple HomePod sind kaum zu übersehen. (©TURN ON 2018)
Sony war mit seinem Speaker aber schon vor Apple da. fullscreen
Sony war mit seinem Speaker aber schon vor Apple da. (©TURN ON 2018)
Bis auf den Stromanschluss gibt es keine Steckplätze für Kabel. fullscreen
Bis auf den Stromanschluss gibt es keine Steckplätze für Kabel. (©TURN ON 2018)

Auffällig ist die digitale Uhrzeit-Anzeige, die sich im eingeschalteten Zustand auf der Vorderseite des Lautsprechers offenbart. Sie ist unter dem Stoffbezug versteckt, sodass die insgesamt sehr minimalistische Optik des Lautsprechers nicht durch ein sichtbares Display gestört wird. Mir selbst sagt diese Design-Entscheidung dennoch nicht unbedingt zu, da die Leuchtanzeige im Lautsprecher für meinen Geschmack ein wenig die ansonsten dezente Optik stört. Da Sony mir als Nutzer die Möglichkeit gibt, diese Anzeige auf Wunsch abzuschalten, ist das jedoch kein Kritikpunkt.

Insgesamt ist die Optik des Lautsprechers ähnlich wie beim HomePod natürlich Geschmackssache. Der Lautsprecher dürfte sich jedoch gut und unauffällig in die meisten Wohnzimmer einfügen und kann mit einer hochwertigen Verarbeitung überzeugen. Schön ist, dass das Gehäuse gegen Spritzwasser geschützt ist und etwas Feuchtigkeit dem LF-S50G somit nichts anhaben kann.

Smart Speaker mit Google Assistant

Vom Grundprinzip her unterscheidet sich der Sony LF-S50G als Smart Speaker nicht wirklich vom Google Home. Die Software, die im Inneren des Lautsprechers steckt, ist nämlich absolut identisch, und der eingebaute Google Assistant übernimmt im Alltag die gleichen Aufgaben und Funktionen, beantwortet Fragen, spielt Musik, steuert das Smart Home und ist sogar für so manchen Schabernack zu haben.

Funktionen und Befehle für Google-Home-kompatible Lautsprecher

Auch wenn der Sony-Lautsprecher auf die gleichen Spracheingaben wie der Google Home reagiert, so hatte ich im Alltag dennoch den Eindruck, dass dieser mich nicht ganz so gut versteht. Vor allem wenn ich den Google Assistant aus größerer Entfernung aktivieren wollte, benötigte ich manchmal mehr als nur einen Versuch, bis der Sprachassistent reagierte. Ganz offensichtlich sitzen im kleineren und günstigeren Google Home also die leistungsfähigeren Mikrofone.

 Der Lautsprecher hört nicht ganz so gut wie der Google Home. fullscreen
Der Lautsprecher hört nicht ganz so gut wie der Google Home. (©TURN ON 2018)

Neben dem Musikstreaming über Spotify, Google Play Music, Deezer oder anderen Google-Home-tauglichen Apps, lässt sich der LF-S50G übrigens auch per Bluetooth ansteuern. Auf diese Weise lässt sich quasi jede Art von Audio-Inhalten kabellos auf den Lautsprecher streamen – definitiv ein tolles Feature, das jeder sogenannte Smart Speaker unterstützen sollte.

Eine Gestensteuerung mit zweifelhaftem Nutzen

Ganz offensichtlich war es Sony wichtig, sich nicht nur beim Design, sondern auch beim Funktionsumfang vom normalen Google Home zu unterscheiden. Aus diesem Grund hat der Hersteller an der Oberseite des Lautsprechers zwei optische Sensoren verbaut, die eine Gestensteuerung über Handbewegungen ermöglichen sollen. Diese erlauben etwa das Starten und Stoppen der Musikwiedergabe.

Soweit die Theorie: Im Praxistest erwies sich die Gestensteuerung als ungenau, nicht intuitiv und auch als unnötig. Denn mit dem Google Assistant und dessen Möglichkeit, meine Sprachbefehle umzusetzen, habe ich doch schon ein perfektes Interface für die Fernsteuerung des Lautsprechers. Warum es Sony für eine gute Idee hielt, eine halbherzige Gestensteuerung obendrauf zu packen, erschließt sich mir nicht.

Wie es besser geht, zeigt Panasonic: Die haben ihrem Smart Speaker SC-GA10 als Alleinstellungsmerkmal nämlich die Möglichkeit verpasst, Musik auch von lokalen Netzwerklaufwerken zu streamen – ein sinnvolles Extra, das Google Home, Echo und Co. nicht bieten.

Guter Sound, der aber nicht begeistert

In puncto Sound entpuppte sich der Sony LF-S50G im Test leider als zweischneidiges Schwert. Schon allein bedingt durch seine Größe hat der Smart Speaker mehr Power als der Google Home und liefert einen durchaus druckvollen und differenzierten Klang für kleinere Räume. Dieser kann sich etwa mit dem Amazon Echo Plus messen, der jedoch mit einer UVP von knapp 150 Euro wesentlich günstiger ausfällt als der 230-Euro-teure LF-S50G. An die Qualität eines Sonos One oder des deutlich hochpreisigeren Apple HomePod kommt der Sony-Speaker jedoch nicht heran.

 Wer möchte, kann beim Sony LF-S50G einen Blick unter die Haube werfen. fullscreen
Wer möchte, kann beim Sony LF-S50G einen Blick unter die Haube werfen. (©TURN ON 2018)

Im Inneren des zylinderförmigen Gehäuses arbeitet ein Zwei-Wege-Lautsprecher, der den Klang dank eines zweistufigen Diffusors in alle Richtungen abgeben kann. Das funktioniert in der Praxis auch tatsächlich recht gut, reicht aber bei größeren Räumen eben noch nicht für eine wirklich druckvollen raumfüllenden Sound. Hier muss sich der LF-S50G leider auch dem Panasonic SC-GA10 geschlagen geben, der für weniger Geld einen etwas besseren Klang zaubert.

 Dank Google-Home-System lässt sich der Sony LF-S50G mit anderen Speakern zu einem Multiroom-.System koppeln. fullscreen
Dank Google-Home-System lässt sich der Sony LF-S50G mit anderen Speakern zu einem Multiroom-.System koppeln. (©TURN ON 2017)

Ein Vorteil für Sony ist da die Anbindung an das Google-Home-System, das es möglich macht, mehrere Smart Speaker zu einem Multiroom-System zu verknüpfen. Auf Wunsch lassen sich über einen Chromecast-Audio sogar nicht-smarte Lautsprecher mit dem LF-S50G koppeln. Unterm Strich gilt das aber für alle Google-Home-tauglichen Speaker, weshalb man hier nicht von einem Alleinstellungsmerkmal sprechen kann.

Fazit: Zwischen allen Stühlen

Die Bewertung des Sony LF-S50G fällt mit nicht leicht. Tatsächlich macht der Smart Speaker seinen Job in puncto Sound einfach besser als die Platzhirsche Google Home oder Amazon Echo und kann beide hinsichtlich der Soundqualität schlagen. Dank nahtloser Integration des Google Assistant bewegt er sich zudem bei den smarten Funktionen auf Augenhöhe mit der Konkurrenz und unterstützt das Multiroom-Streaming.

Problematisch wird es für Sony mit seinem 230-Euro-Lautsprecher allerdings, weil die Konkurrenz im Smart Speaker-Segment derzeit unheimlich gnadenlos ist. So bietet etwa der etwas günstigere Panasonic SC-GA10 sowohl einen etwas besseren Sound als auch einen besseren Funktionsumfang, und der preislich ebenbürtige Sonos One spielt klanglich in einer anderen Liga. Nutzer, die auf einen eingebauten Sprachassistenten (und auf Bluetooth) verzichten können, greifen hingegen gleich zum 180 Euro teuren Sonos Play:1. Und wer tatsächlich einfach nur Wert auf einen Sprachassistenten legt, bekommt mit einem Google Home Mini alle grundlegenden Funktionen für schmales Geld.

Unterm Strich bleibt für mich also ein Smart Speaker übrig, der eigentlich gar nicht schlecht ist, sich aber einer Konkurrenz gegenübersieht, die ihm nur wenig Raum zum Atmen lässt. Sollte sich der Preis des Sony LF-S50G in den kommenden Monaten noch ein wenig nach unten bewegen, dann könnte die Situation aber schon wieder ganz anders aussehen.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ spritzwassergeschützes, kompaktes Gehäuse - Mikrofone schwächer als bei Google Home
+ Dank Google Home auch Multiroom-tauglich - Gestensteuerung kaum sinvoll
+ Bluetooth-Unterstützung - Vergleichsweise teuer

 

TURNON
Score
3.7
Sony LF-S50G
Sony LF-S50G
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Datenblatt

  • Geräte-Typ
    Netzwerklautsprecher mit Sprachsteuerung
  • Preis
    229 Euro
  • Release
    November 2017
  • Abmessungen
    162 Millimeter Höhe und 110 Millimeter Durchmesser
  • Farben
    Schwarz oder Weiß
  • Lieferumfang
    Sony LF-S50G, Netzkabel, Netzteil, Kurzanleitung

Hardware und Software

  • Konnektivität
    WLAN 802.11b/g/n/ac, Bluetooth 4.2
  • Unterstützte Audioformate
    HE-AAC, LC-AAC+
  • Lautsprecher
    360-Grad-Sound
  • Mikrofone
    Fernfeld-Spracherkennung
  • Anschlüsse
    Stromanschluss
  • Unterstützte Betriebssysteme
    Android. iOS
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