Test

"Super Mario Run" im Test: Klein, aber fein?

Super Mario Run

Auf geht's: Nintendo hat mit "Super Mario Run" das erste hauseigene Handy-Spiel mit seinem weltbekannten Maskottchen für iOS veröffentlicht. Der Roll-out im App-Store hat zwar anscheinend etwas länger gedauert als geplant, nun konnten wir aber endlich eine Runde mit Mario auf dem iPhone drehen.

Im ersten Moment wirkt "Super Mario Run" vertraut – zumindest wenn man schon früher Mario-Games auf Nintendo-Konsolen gespielt hat. Der typische 2D-Look, die Musik, die sofort Erinnerungen an alte Zeiten weckt und natürlich die ikonischen und weltbekannten Figuren: alles wie immer. Während man sich durch die kurzweiligen Level auf dem iPhone zockt, fallen aber auch immer mehr Unterschiede zu den bisherigen Abenteuern auf. Klar, wir retten wieder Prinzessin Peach vor dem notorischen Störenfried Bowser – allerdings ist das Ziel des Spiels nun Handy-Spiel-typisch etwas anders gelagert als sonst.

Münzjagd in Dauerschleife

 Durch längeren Druck auf das Display springt Mario höher. fullscreen
Durch längeren Druck auf das Display springt Mario höher. (©Nintendo of Europe 2016)

Wer einen herausfordernden Plattformer erwartet, könnte enttäuscht werden: "Super Mario Run" ist vom eigentlichen Gameplay her eher simpel und die Level äußerst kurz – legt man es nur darauf an, zur Zielgeraden zu kommen, wird man das gesamte Spiel wohl in etwa zwei Stunden durchgespielt haben. Der eigentliche Reiz besteht darin, die Level immer wieder zu zocken und den Rekord an eingesammelten Münzen zu brechen. Fügt man Freunde hinzu, die dem Mobile-Game auch verfallen sind, werden deren Highscores automatisch angezeigt, was die Motivation weiter anfeuert. Zusätzlich zu den bekannten Goldmünzen sind auch einige besondere Münzen in Pink zu finden, die ein Bonuslevel freischalten, wenn man es schafft sie alle einzusammeln.

Das bequemste Mario-Spiel bisher

Echte "Super Mario"-Fans werden es etwas gewöhnungsbedürftig finden, dass man nur begrenzte Kontrolle über den kleinen Helden hat. Die Spielfigur läuft vollautomatisch in eine Richtung und überwindet sogar kleine Hindernisse ohne Zutun des Spielers. Durch Tap auf den Touchscreen des iPhone springt Mario hoch, drückt man etwas länger, wird auch der Sprung höher. Mit einigen Kniffen kann man die Figur sogar noch zu artistischen Manövern animieren, springt man beispielsweise gegen vertikale Hindernisse ändert Mario sogar kurzzeitig die Laufrichtung – auf diese Art müssen ab und zu auch kniffelige Abschnitte erklommen werden. Man muss der vereinfachten Steuerung aber tatsächlich einräumen, dass "Super Mario Run" simpel und bequem spielbar ist, tatsächlich auch mit nur einer Hand.

Abwechslung durch Spielmodi

 Im Königreich-Modus bauen wir Gebäude und Dekorationen. fullscreen
Im Königreich-Modus bauen wir Gebäude und Dekorationen. (©Nintendo of Europe 2016)

Hat man keine Lust mehr darauf Münzen nachzujagen, kann man sich in "Super Mario Run" auch dem Königreich-Modus widmen: Hier bauen wir nach und nach unser kleines Reich mit Dekorationen und Gebäuden aus, die wir für eingesammelte Münzen erhalten. Über einige Gegenstände oder Häuser sind sogar Bonus-Level erreichbar und wir sollen dafür sorgen, dass immer mehr kleine Toads unser Königreich bevölkern. Hierzu muss wiederum der Toad-Rally-Modus gespielt werden: Im direkten Vergleich gegen andere Spieler oder den Computer schließen wir darin innerhalb einer vorgegebenen Zeit ein Level ab um dabei so viele Münzen wie möglich einzusammeln und mit artistischen Moves die Toads im Publikum zu beeindrucken. Wer am Ende besser abschneidet, gewinnt und lockt damit weitere Bewohner in das eigene Königreich. Das ganze Prinzip klingt insgesamt zwar etwas seltsam, bietet aber durchaus einen gewissen Reiz und könnte zur Langzeitmotivation in "Super Mario Run" beitragen.

Sechs spielbare Charaktere

Wer sich besonders gut anstellt, kann im Königreich-Modus sogar die Häuser von Luigi, Yoshi oder Toadette kaufen und diese Figuren dann als spielbare Charaktere freischalten. Insgesamt gibt es ganze sechs spielbare Figuren in "Super Mario Run". Dazu muss man jedoch im Rally-Modus Toads in bestimmten Farben erspielen und das nicht zu knapp: Um Toadettes Haus bauen zu können, benötigt man beispielsweise je 200 rote, blaue und grüne Toads – dafür muss man schon einige Runden im Rally-Modus gewinnen. Ausnahmen bilden hier Prinzessin Peach, die man erhält, sobald man sie aus Bowsers Klauen befreit und Toad, den man als Belohnung für die Erstellung eines Nintendo-Accounts bekommt.

Online-Zwang als Akku-Killer

Auch durch den Kauf der Vollversion für 9,99 Euro kommt man nicht darum herum, die Figuren selbst freizuspielen. Immerhin erhält man aber einen ganzen Haufen Boni und Zugriff auf alle sechs Spielwelten. Etwas unerklärlich bleibt der Online-Zwang von "Super Mario Run". Das Spiel schmeißt einen zwar nicht sofort aus dem Level wenn die Verbindung gekappt wird. Der Start der iPhone-App oder das Beginnen eines neuen Levels ist so aber nicht möglich. Eine zufriedenstellende Rechtfertigung hierfür – abgesehen von "Sicherheitsgründen" – konnte Nintendo bisher nicht liefern. Der Akkuverbrauch von "Super Mario Run" ist auf dem in dieser Hinsicht ohnehin schon schwachbrüstigen iPhone entsprechend katastrophal.

Ein gutes Handy-Spiel

 Bei der Toad-Rally treten wir gegen den Geist anderer Spieler an und müssen Toads beeindrucken. fullscreen
Bei der Toad-Rally treten wir gegen den Geist anderer Spieler an und müssen Toads beeindrucken. (©Nintendo of Europe 2016)

Davon abgesehen macht das Spiel Spaß und bietet mit den unterschiedlichen Spielmodi sogar einigermaßen viel Abwechslung. Klar, letztlich kann man "Super Mario Run" lediglich als einen weiteren Endless-Runner für Mobilgeräte bezeichnen. Andererseits lässt sich nicht  leugnen, dass Nintendo den Games-Klassiker überraschend gut als Handy-Spiel umsetzen konnte.  "Super Mario Run" ist keine Portierung der bekannten Games – wer das erwartet hatte, wird enttäuscht sein. Allerdings handelt es sich ohne Zweifel um ein gutes und unterhaltsames Mobile-Game.

Wer so richtig bei "Super Mario Run" durchstarten möchte, kann sich einmal unsere Tipps und Tricks zu dem Handy-Game anschauen. Und insbesondere für Android-Nutzer gilt: nicht verzagen! Bis zum Release einer passenden Version kannst Du Dich an diesen Alternativen versuchen.

Datenblatt

  • Release-Datum
    15.12.2016
  • Genre
    Jump 'n' Run
  • Publisher
    Nintendo
  • Plattformen
    iOS

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