Meinung

"The Equalizer 2"-Kritik: Der tödliche Robin Hood ist zurück!

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Der "Equalizer", Robert McCall (Denzel Washington), sorgt 2018 erneut für ausgleichende Gerechtigkeit.
Der "Equalizer", Robert McCall (Denzel Washington), sorgt 2018 erneut für ausgleichende Gerechtigkeit. (©Sony Pictures 2018)

Wenn ein Ausnahmekünstler wie Denzel Washington das erste Mal überhaupt (!) in seiner langen Karriere eine Fortsetzung dreht, will das schon etwas heißen. Wir dürfen zumindest davon ausgehen, dass ihm sehr an der Figur des Robert "Equalizer" McCall gelegen ist. Ob und wie das in "The Equalizer 2" zu spüren ist, liest Du in unserer Filmkritik.

Einmal Agent, immer Agent: Die Story

Der ehemalige CIA-Agent Robert McCall hat einen neuen Sinn im Leben gefunden: Obwohl er noch immer um seine verstorbene Frau trauert, verschafft ihm seine Rolle als Beschützer der Wehrlosen wenigstens etwas Linderung. Der Einzelgänger freundet sich sogar mit seinen Nachbarn an und verdient seinen Lebensunterhalt als Lyft-Fahrer, bei dem er ebenfalls neue Bekanntschaften knüpft. Doch als eines Tages seine Freundin und ehemalige Kollegin ermordet wird, holt ihn seine dunkle Vergangenheit wieder ein. Und bei seinen Ermittlungen im Umfeld der Agency wird schnell klar, dass er niemandem trauen darf ...

Robert McCall (Denzel Washington, links) wird im Sequel offener. fullscreen
Robert McCall (Denzel Washington, links) wird im Sequel offener. (©Sony Pictures 2018)
Er baut neue Kontakte auf ... fullscreen
Er baut neue Kontakte auf ... (©Sony Pictures 2018)
... zögert aber auch nicht "ausgleichend" einzuschreiten, wenn nötig. fullscreen
... zögert aber auch nicht "ausgleichend" einzuschreiten, wenn nötig. (©Sony Pictures 2018)

Der Gleichmacher

Für Action-Fans sind es goldene Zeiten. Knallharte Leinwandhelden (oder Antihelden) gibt es zuhauf: ob John Wick, Jack Reacher, quasi alle aktuelleren Liam-Neeson-Filme oder mittlerweile zu Klassikern gewordene Franchises wie Mission Impossible und Jason Bourne. Trotzdem schafft es Robert McCall alias "The Equalizer" irgendwie, aus dieser Masse herauszustechen. Es ist diese furiose Mischung aus kompromissloser Anständigkeit und brutaler, effizienter Tödlichkeit, die den von Denzel Washington verkörperten Einzelgänger so einzigartig machen.

Während Andere (wie zum Beispiel die oben genannten Figuren) entweder um das eigene Überleben, für das schnöde Geld, die nationale Sicherheit oder die eigene Familie kämpfen, macht McCall sich zum Anwalt der Hilfsbedürftigen. Er ist so etwas wie ein düsterer, tödlicher Robin Hood: Er nimmt die Gewalt von den Schwachen und bringt sie den Starken. Er ist eben ein "Equalizer", ein "Gleichmacher". Und verdammt, dieser Typ versteht etwas von seinem Business.

Szenenbild aus "The Equalizer 2" fullscreen
Szenenbild aus "The Equalizer 2" (©Sony Pictures 2018)
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Szenenbild aus "The Equalizer 2" (©Sony Pictures 2018)
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Szenenbild aus "The Equalizer 2" (©Sony Pictures 2018)
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Szenenbild aus "The Equalizer 2" (©Sony Pictures 2018)
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Szenenbild aus "The Equalizer 2" (©Sony Pictures 2018)

Es gibt nur einen Denzel Washington

Wie schon im ersten Teil lebt der Film hauptsächlich von der unglaublich starken Performance Denzel Washingtons. Der zweifache Oscar-Preisträger stellt einmal mehr unter Beweis, warum er zu den besten seines Fachs zählt. In der Anfangssequenz führt er eine Unterhaltung mit einem Mann, der ein kleines Mädchen entführt hat. "Es gibt zwei Arten von Schmerz: den, der wehtut. Und den, der dich verändert", gibt er seinem Gegenüber zu bedenken. Das ist natürlich eine amtliche Ansage, aber viel schwerer wiegt der Gesichtsausdruck, den Washington dabei hat.

Es ist diese Art von Gesichtsausdruck, bei dem Du ganz genau weißt, dass es vielleicht der letzte ist, den du jemals zu sehen bekommst. Im krassen Gegensatz dazu sieht man den gebrochenen, verletzlichen Mann dahinter (und seinen eigenen Schmerz), wenn McCall in einer anderen Szene mit seiner Freundin Susan über seine verstorbene Frau spricht. Diese glaubhaft gespielte, emotionale Bandbreite ist für eine Hauptfigur dieses Genres einzigartig.

Showdown deluxe!

Die Handlung nimmt sich Zeit für viele, scheinbar unwichtige Nebenschauplätze, und auch das ist für einen Actionfilm ungewöhnlich. Regisseur Antoine Fuqua, der auch schon den ersten Teil inszenierte, nutzt die 121 Erzählminuten sehr geschickt und baut sowohl Story als auch Spannung Stück für Stück auf, um sie dann in einem epischen Finale enden zu lassen: Der Showdown in der wegen eines Sturms evakuierten Geisterstadt zählt zu den wohl besten Endfights der letzten Jahre und wird ganz sicher einen Platz in der Action-Hall-of-Fame bekommen.

(Nettes Detail: Das Wetter beginnt sich schon vorher zu verändern. Wenn Du den Film siehst, achte einfach mal darauf, wann der Wind einsetzt …) Da verzeiht man es "The Equalizer 2" auch, dass einige Plotelemente wie der "große" Twist vor dem Finale doch arg vorhersehbar sind. Auf Nebensächlichkeiten wie diese ist ein Robert McCall gar nicht angewiesen.

"Equalizer 2": Fazit

"The Equalizer 2" ist Action-Kino vom Feinsten. Denzel Washington spielt den "Equalizer" Robert McCall mit einer emotionalen Tiefe und Bandbreite, die Dir das Blut in den Adern gefrieren lässt. Dazu gibt es einen epischen Showdown, der reif für die Hall of Fame ist. Anschauen!

TURN ON-Wertung: 4/5

TURNON
Score
4.0
The Equalizer 2
The Equalizer 2
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Datenblatt

  • Originaltitel
    The Equalizer 2
  • Produktionsland/-jahr
    USA 2018
  • Genre
    Action, Thriller, Crime
  • Besetzung
    Denzel Washington, Pedro Pascal
  • Regie
    Antoine Fuqua
  • Kinostart (D)
    16.08.2018
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