News

Windows 10: Kaspersky wirft Microsoft "schmutzige Tricks" vor

Windows 10 arbeitet nicht sehr gut mit Antiviren-Software von Kaspersky zusammen.
Windows 10 arbeitet nicht sehr gut mit Antiviren-Software von Kaspersky zusammen. (©Microsoft 2016)

Der Windows Defender in Windows 10 sorgt beim Antiviren-Entwickler Kaspersky für Ärger. Durch die Integration der Antivirensoftware in das Betriebssystem wittert der russische Software-Konzern Wettbewerbsverzerrung. Nun sollen mehrere Kartellbeschwerden gegen Microsoft eingereicht werden.

Windows 10 hat mit dem Windows Defender bekanntlich schon ab Werk eine eigene umfangreiche Antiviren- und Sicherheitssoftware an Bord, die eine Vielzahl von Schutzmechanismen bietet. Das ärgert ganz offensichtlich die Drittanbieter von Antivirenprogrammen – allen voran den russischen Entwickler Kaspersky. Dessen Geschäftsführer Eugene Kaspersky hat Microsoft nun in einem Blogeintrag scharf angegriffen und wirft dem Software-Riesen "schmutzige Tricks" vor.

Windows 10 deaktiviert Antivirensoftware oft automatisch

Kaspersky sieht dabei sein eigenes Geschäftsmodell durch den Windows Defender gefährdet. Seiner Ansicht nach würde es Microsoft den Drittanbietern von Antivirensoftware zudem erschweren, die eigenen Produkte für Windows 10-Computer bereitzustellen. Ein großes Problem sei beispielsweise, dass sich die Antivirensoftware bei einem Update auf eine neue Windows 10-Version ohne Vorwarnung deaktivieren würde, weil diese nicht mehr mit dem System kompatibel sei. Windows 10 aktiviert dann ersatzweise den Windows Defender, um den PC nicht ungeschützt zu lassen.

Die Schuld dafür, dass viele Drittanbieter-Programme nach einem Update zunächst nicht mehr kompatibel seien, sieht Kaspersky bei Microsoft selbst. So würde der Konzern den Entwicklern von Antiviren-Software nur eine Woche Zeit geben, die eigenen Programme an die neue Betriebssystem-Version anzupassen. In der Vergangenheit hatten die Unternehmen hingegen bis zu zwei Monate Zeit, um ihre Software rechtzeitig zu aktualisieren.

Microsoft unterbindet angeblich den Wettbewerb

Außerdem kritisiert Kaspersky, dass Windows 10 nur maximal zwei Antiviren-Programme zur gleichen Zeit erlauben würde. Sobald Nutzer neben dem Windows Defender und einem Drittanbieter-Programm noch ein weiteres Programm installiert – etwa eine Demo zu Testzwecken – würde Windows 10 beide Drittanbieterprogramme automatisch deaktivieren und den Windows Defender einschalten. Kaspersky kritisiert, dass es Drittanbietern so schwer gemacht werde, neue Kunden von ihren Produkten zu überzeugen.

Schadet Microsoft den Nutzern?

Weiterhin beschwerte sich der Russe über die seiner Meinung nach schlechte Qualität des Windows Defender. So würde dieser im Vergleich zu Kaspersky-Sicherheitssoftware nur einen unzureichenden Schutz bieten, was er mit mehreren Testberichten zu belegen versucht. Microsoft würde durch seine Geschäftspraxis somit nicht nur Drittanbietern, sondern auch den eigenen Nutzern schaden. Kaspersky will deshalb nun Kartellbeschwerden in mehreren Ländern gegen Microsoft anstreben.

Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben