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Windows 10 als OEM, DSP und Co: Welche Version brauchst Du?

Es gibt viele Verschiedene Versionen von Windows 10.
Es gibt viele Verschiedene Versionen von Windows 10. (©TURN ON 2017)

Einige Händler bieten Windows 10 in der günstigen OEM-Version zum Verkauf an. Doch was bedeutet OEM eigentlich und was sind DSP- und ESD-Version? Wir geben Dir die Antworten und verraten, was Du beim Kauf beachten solltest.

Die ESD/SB-Version von Windows 10 Home 32 Bit/64 Bit ist aktuell die günstigste Version – jedenfalls unter den seriösen Angeboten. Aber was ist das überhaupt? Kannst Du sie Dir bedenkenlos kaufen oder fehlen dabei Features? Ist das am Ende nur eine Entwicklerversion oder gar Malware? Und wie sieht es aus mit den ganzen anderen Windows 10-Versionen, von OEM über Bulk bis Retail?

Vorsicht bei sehr niedrigen Preisen

 Windows 10 für unter 15 Euro ist nicht immer wirklich Windows 10. fullscreen
Windows 10 für unter 15 Euro ist nicht immer wirklich Windows 10. (©YouTube / DetroitBORG 2017)

Malware wirst Du in der Regel nicht erwerben. Allerdings gilt es, Vorsicht bei allzu geringen Preisen zu üben. Bietet ein Händler eine Windows 10-Version für verdächtig viel weniger Geld an als die meisten anderen, dann könnte er einen ungültigen Produktschlüssel aus nebulösen Quellen vertreiben, der schon mehrmals vergeblich eingesetzt wurde. Bei gewissen Händlern werden sogenannte "OEM Aktivierungsschlüssel" oder OEM Product Keys" (manchmal auch falsch geschrieben) von Windows 10 Home für unter 15 Euro verscherbelt, während die OEM-Version von Windows 10 Home bei bekannteren Händlern ein Vielfaches kostet. Natürlich kannst Du mit solchen Billig-Schlüsseln Glück haben. Das Risiko, dass diese nicht funktionieren, ist jedoch immer da.

Niemand schreibt "Ungültiger Schlüssel" oder "Raubkopie" oder eine Abkürzung dafür auf sein Angebot. Du wirst also an den gebräuchlichen Bezeichnungen für Windows 10-Varianten wie OEM, DSP oder ESD alleine nicht erkennen, ob es sich um funktionierende, legale Versionen handelt oder nicht. Diese Kürzel bedeuten vielmehr Folgendes.

Was ist die OEM-Version?

 Die OEM-Version kommt ohne Anleitung, Datenträger und Microsoft-Support. fullscreen
Die OEM-Version kommt ohne Anleitung, Datenträger und Microsoft-Support. (©Microsoft 2015)

"OEM" steht für "Original Equipment Manufacturer"-Version. Solche Versionen werden von Microsoft günstig an PC-Hersteller verkauft, damit diese ihre Systeme schon ab Werk mit Windows 10 ausliefern können. Theoretisch können OEM-Versionen auf einem Datenträger geliefert werden. Meistens bekommst Du beim Kauf aber nur den Produktschlüssel zu Aktivierung. Das Betriebssystem selbst musst Du dann über das Media Creation Tool von der Microsoft-Homepage herunterladen.

Die OEM-Version lässt sich nur auf einem PC installieren und Du musst Dich vor der Installation für die 32 Bit- oder die 64 Bit-Version entscheiden. Es gibt weder eine Verpackung noch einen Support seitens Microsoft für solche Versionen von Windows 10. Grundsätzlich sind sie aber legal und günstiger als die anderen Versionen. Es empfiehlt sich übrigens, Windows 10 zunächst ohne den OEM-Produktschlüssel zu installieren und das Betriebssystem nachträglich mit dem Schlüssel zu aktivieren. Andernfalls kommt es manchmal zu Installationsproblemen.

Was bedeuten DSP und ESD?

 Die ESD /SB-Version besteht nur aus einer E-Mail mit dem Windows 10-Produktschlüssel. fullscreen
Die ESD /SB-Version besteht nur aus einer E-Mail mit dem Windows 10-Produktschlüssel. (©Microsoft 2016)

Die "DSP"-Versionen sind die "Delivery Service Partner"-Versionen von Windows 10, die mit Handbuch und Datenträger ausgeliefert werden. Im Gegensatz zu den Retail-Versionen müssen die Händler bei den DSP-Versionen den Support für das Betriebssystem übernehmen. Darum gibt Microsoft die Support-Kosten bei den DSP-Versionen nicht an den Kunden weiter und sie sind günstiger.

Bei den "ESD"-Versionen handelt es sich um die "Electronic Software Distribution"-Versionen von Windows 10. Diese sind nur als digitaler Download ohne DVD, Anleitung oder Schachtel erhältlich. Die ESD-Versionen werden für gewöhnlich als "ESD / SB"-Versionen vertrieben, wobei "SB" für "System Builder" steht. Es handelt sich also um die Windows 10-Varianten, die Hersteller auf ihren Laptops und Desktop-PCs vorinstallieren. "System Builder" und "OEM" beziehen sich auf dieselbe Windows 10-Version. "ESD / SB"-Versionen bestehen nur aus einem Produktschlüssel, während die OEM-Version auch auf einem Datenträger untergebracht werden kann.

Bulk, Retail und kreative Kürzel-Kombos

 Die Retail oder FPP-Versionen aus dem Handel umfassen das komplette Windows 10-Paket. fullscreen
Die Retail oder FPP-Versionen aus dem Handel umfassen das komplette Windows 10-Paket. (©Microsoft GmbH 2016)

Bulk-Versionen umfassen nur die Windows 10-DVD und keine Verpackung, keine Bedienungsanleitung und keine Garantie seitens Microsoft. Die gesetzliche Gewährleistung gilt natürlich bei jedem seriösen Angebot, nur dass sie hier vom Verkäufer übernommen werden muss.

Retail-Versionen oder auch FPP (Full Packaged Product)-Versionen sind diejenigen, die ganz normal im Laden angeboten werden. Sie enthalten einen Datenträger, eine Anleitung, eine Verpackung und den Service übernimmt Microsoft. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass er eine funktionierende Version und den vollen Support erhält, sollte grundsätzlich immer zu einer Retail-Version greifen.

Im Netz sind wir außerdem auf angebliche "DSP/SB, ESD"-Versionen von Windows 10 gestoßen. Das wären der Logik nach Versionen mit Handbuch und Datenträger, die aber nur elektronisch übertragen werden, was natürlich nicht sein kann (man kann schließlich keine DVD oder einen USB-Stick rein elektronisch übertragen). Mit anderen Worten ergibt diese Kombination von Abkürzungen keinen Sinn und es ist unklar, was hier angeboten wird. Generell gilt, dass mit den Bezeichnungen häufig etwas unsauber umgegangen wird.

Zusammenfassung

OEM: Original Equipment Manufacturer

  1. Die OEM-Version identisch mit der SB (System Builder)-Version
  2. Sie lässt sich nur auf einem PC installieren
  3. Du musst Dich vor der Installation für die 32 Bit- oder die 64 Bit-Version entscheiden
  4. Es gibt weder eine Verpackung, noch eine Bedienungsanleitung, noch einen Support seitens Microsoft
  5. OEM-Versionen gibt es mit oder ohne DVD
  6. Die gesetzliche Gewährleistung muss der OEM-Verkäufer übernehmen
  7. Du solltest zuerst Windows 10 installieren, bevor Du die Version nachträglich mit dem OEM-Schlüssel aktivierst

DSP: Delivery Service Partner

  1. Windows 10 mit Handbuch und Betriebsanleitung
  2. Kein Microsoft-Support

ESD: Electronic Software Distribution

Nur der Lizenzschlüssel für Windows 10, den Du via E-Mail erhältst

ESD / SB: Electronic Software Distribution / System Builder

Via E-Mail übertragener Lizenzschlüssel für die OEM-Version von Windows 10

Bulk: DVD mit Windows 10 ohne Zubehör und Microsoft-Support

Retail: Windows 10 mit Verpackung, Anleitung, DVD (oder inzwischen USB-Stick) und Microsoft-Support

Auch als FPP oder Full Packaged Product bekannt

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