Test

Der Webbrowser der Zukunft? Opera Neon im Hands-on-Test

Opera Neon möchte einen Ausblick auf die Browser-Zukunft geben.
Opera Neon möchte einen Ausblick auf die Browser-Zukunft geben. (©Opera 2017)

Mit Opera Neon steht nun die Vorabversion eines neuen Browsers zum Ausprobieren bereit. Der Browser der Zukunft? Diese Frage stellen die Macher. Wir haben uns die Test-Version von Opera Neon im Hands-on näher angesehen und versuchen uns an einer Antwort.

Das Design: Knuffig

 Opera Neon bietet ein frisches Design, auch wenn es noch nicht ganz fertig ist. fullscreen
Opera Neon bietet ein frisches Design, auch wenn es noch nicht ganz fertig ist. (©Screenshot TURN ON / Opera 2017)

Schon auf den ersten Blick wirkt Opera Neon ungewohnt und neuartig. Auf der Startseite sieht man die Google-Suchleiste und darunter einige Bläschen, die Lesezeichen darstellen. Man kann diese oder andere besuchte Websites in Form der kleinen Blasen zum Beispiel in die rechte Leiste ziehen, die immer angezeigt wird. Sie ersetzt mehr oder weniger die Tab-Leiste. Als Hintergrundbild dient dasselbe Wallpaper, das auch in Windows 10 angezeigt wird. Im Hauptfenster in der Mitte lassen sich derweil zwei Websites nebeneinander darstellen.

Das Design zeichnet sich durch bunte Farben und kleine Animationen aus. So verpuffen die Bläschen etwa in einer Rauchwolke, wenn man sie schließt. Ist der Medienplayer in der linken Spalte aktiv, sieht man dort eine simple Equalizer-Animation. Das Screenshot-Feature Snap setzt auch auf eine kleine Animation, diesmal für die Erklärung des Features.

Der "Browser der Zukunft" ist in der Gegenwart allerdings noch unfertig. Zum Beispiel sehen die Bläschen für neue Lesezeichen im Test weit weniger gut aus als die vorinstallierten, an Opera Neon angepassten Bläschen. Bei der Bläschen-Erstellung wird nicht immer ein sinnvoller Bildschirmausschnitt der jeweiligen Website gewählt. So weiß man manchmal nur aufgrund des Untertitels, auf welche Website das Bläschen verweist. Häufig genutzte Tab-Bläschen gleiten automatisch nach oben, was man als Service oder aber als entmündigend ansehen kann.

Die Features: Nützlich

 Der Medienplayer lässt sich ausblenden oder an eine beliebige Stelle verschieben. fullscreen
Der Medienplayer lässt sich ausblenden oder an eine beliebige Stelle verschieben. (©Screenshot TURN ON / Opera 2017)

Opera Neon bietet also eine Splitscreen-Funktion und stellt Website-Links in Form von physischen Bläschen dar, die sich umher schieben lassen. In der linken Spalte entdeckt man noch weitere Features. So ist dort ein praktischer Player untergebracht, der Musik und Videos von einer Website abspielt, die derweil in die Tab-Liste rechts verschwindet. So kann man im Hauptfenster ungestört arbeiten.

Darunter verbirgt sich mit "Snap" ein simples Screenshot-Tool, das es so ähnlich auch im Microsoft Edge-Browser gibt, wo es allerdings mehr Funktionen hat. Dafür lässt sich in Opera Neon nicht nur der Screenshot in der Galerie öffnen, sondern auch die Website, von der er stammt. Nett. Darunter ist die Galerie untergebracht, wo die Screenshots gesammelt werden. Der letzte Eintrag auf der linken Seite ist die Downloadliste. Die Einstellungen sind im Vergleich zum Opera-Hauptbrowser leider wie leer gefegt. Einen privaten Tab kann man zwar öffnen, aber es gibt weder VPN noch einen Ad-Blocker oder Support für Erweiterungen.

Das Fazit: Zukunft in der Mache

 Während oben links ein YouTube-Video eingeblendet wird, knippst man mit Snap einen Screenshot. fullscreen
Während oben links ein YouTube-Video eingeblendet wird, knippst man mit Snap einen Screenshot. (©Opera 2017)

Den in Opera Neon eingebauten Medienplayer habe ich im Test mit der Jazz-Musik aus den 1920ern ausprobiert. Obwohl sie schon einmal da war, summte sie vor dem Hintergrund des lauten Techno-Getöses unserer Zeit plötzlich wieder glücklich vor sich hin und verbreitete gute Stimmung. Und das gilt auch für Opera Neon. Die einzelnen Features des Browsers hat man irgendwo schon mal gesehen, aber das Gesamtpaket wirkt im Test frisch und fröhlich.

Aus den Lesezeichen und Tabs hat man knuffige Bläschen gemacht, die sich in einer animierten Rauchwolke auflösen, wenn man sie löscht. Die Musik kann man sich in einem Browserfenster anhören, während sie sich beim Surfen elegant zu einem Icon an der Seite zurückzieht. Für einen Screenshot schnippt man lässig über den Bildschirm. Wer mit zwei Websites zugleich interagieren möchte, schiebt nur die passenden Bläschen aus der rechten Spalte nach oben ins rechte oder linke Fenster.

Opera Neon ist noch nicht fertig und man vermisst grundlegende Features wie den Support für Erweiterungen. In dieser Form ist er also noch nicht der Webbrowser der Zukunft, aber man darf gespannt zusehen, wie sich Opera Neon entwickelt. Einige der neuen Opera Neon-Features möchte der Entwickler im regulären Opera-Browser unterbringen, wie er auf seinem Blog schreibt. Es ist schön zu sehen, dass noch jemand an der Zukunft arbeitet.

Zum Download: Opera Neon

Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben