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Cloud-Lösungen im Vergleich: Dropbox und 14 Alternativen

Daten aus der Wolke: OneDrive ist nicht der einzige Cloud-Speicher.
Daten aus der Wolke: OneDrive ist nicht der einzige Cloud-Speicher. (©Microsoft 2016)

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, das sang schon Reinhard Mey – warum sich dann also auf Dropbox festlegen? Mit iCloud, OneDrive und Co. gibt es viele weitere Cloud-Dienste, mit denen sich Daten zentral speichern und von jedem Ort und Gerät aus abrufen und bearbeiten lassen. Wir stellen zwölf Dropbox-Alternativen vor. 

1. Dropbox ist der Titelverteidiger

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Ob auf dem Rechner oder mobil: Dropbox stellt Daten auf allen Geräten bereit. (©CC: Flickr/Ian Lamont 2015)

Zunächst wollen wir mal sehen, gegen wen die Herausforderer antreten. Dropbox ist der Platzhirsch unter den Cloud-Diensten. In der Basis-Version gibt es 2 GB kostenlosen Speicher, wobei es häufig mal das eine oder andere Gigabyte umsonst gibt. Beispielsweise gibt's beim Kauf eines Smartphones gerne mal 25 oder auch 50 GB für einen begrenzen Zeitraum zusätzlich gratis. Pro geworbenem Freund kannst Du Dir zudem 500 MB hinzuverdienen. Wer mehr braucht, kann sich für knapp 10 Euro im Monat auch ein Terabyte sichern. Deine Daten kannst Du bei Dropbox per Website oder App abrufen. Außerdem gibt es eine Software, die Deine Dropbox so in das Betriebssystem des Computers integriert, als wäre es ein Ordner – ziemlich komfortabel.

2. Tresorit: Der Hacker-Albtraum

Tresorit verspricht die ultimative Sicherheit für Deine hochgeladenen Dateien – was den Cloud-Dienst insbesondere für den Einsatz in Unternehmen prädestiniert. Zwar kann man Tresorit 30 Tage lang kostenlos testen, danach muss man allerdings bezahlen. Da sich das Angebot primär an Teams und Firmen richtet, müssen mindestens 2 Nutzer registriert werden. Ein TB Speicher schlägt monatlich pro Nutzer mit 20 Euro zu Buche. Dank End-to-End-Verschlüsselung und Schweizer Datenschutz ist Tresorit dennoch eine interessante Alternative zu den herkömmlichen Platzhirschen.

3. Google Drive: Cloud-Alternative aus dem Google-Kosmos

Nein, Google Drive ist nicht das selbstfahrende Auto, das Google gerade entwickelt. Es ist der Cloud-Dienst. Google lässt 15 GB Speicherplatz sowie Apps und Sync-Software springen. Für zwei US-Dollar gibt es das Upgrade auf 100 GB, für zehn Dollar auf 1 TB. Und sogar danach lassen sich drei Mal jeweils 10 TB hinzukaufen – zum stolzen Preis von 100 Dollar pro Schritt. Ein Dateilimit gibt es zwar auch, jedoch ist das mit 5 TB eher eine formelle Beschränkung. Nutzer von Gmail und anderen Google-Diensten freuen sich zudem über die gelungene Integration von Google Drive.

4. OneDrive: The Cloud formerly known as SkyDrive

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OneDrive bietet 5 GB kostenlosen Speicher. (©Microsoft 2016)

OneDrive von Microsoft ähnelt Google Drive nicht nur vom Namen her. Auch hier gibt es 5 GB kostenlos und 50 GB für zwei Euro im Monat. So wie bei Dropbox kannst Du Dir hier pro geworbenen Freund 500 MB verdienen. 15 zusätzliche GB gibt es zudem für die Aktivierung der Fotosynchronisation auf dem Smartphone. Software gibt es ebenfalls für PC, Mac, iOS und Android. Darüber hinaus natürlich auch für das Windows Phone und sogar für die Xbox.

Alleinstellungsmerkmal von OneDrive: die Web-Versionen der Office-Programme Word, Excel, PowerPoint und OneNote. Eine Besonderheit auch ist das größte Premium-Upgrade. Für sieben Euro im Monat gibt es nämlich nicht nur 1 TB Cloud-Speicher, sondern auch gleich das komplette Office 365-Paket dazu.

5. iCloud: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

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Apples iCloud eignet sich besonders für iOS-Geräte. (©picture alliance / dpa 2015)

iPhone- und Mac-Besitzer kennen die iCloud natürlich längst. Hier werden die Daten gesichert und zwischen den Geräten synchron gehalten. Das beinhaltet nicht nur Fotos, sondern auch E-Mails, Kontaktdaten, Kalender-Einträge, gekaufte Musik und sogar App-Daten. Software gibt es für alle Apple-Produkte und Windows-PCs. Alternativ ist auch ein Zugriff per Weboberfläche auf die 5 GB Gratis-Speicher möglich. Besonderheit: iCloud-Daten, wie iPhone-Backups, Fotos und Apps, werden nicht auf den Speicher angerechnet. Somit steht der Speicherplatz für Dokumente und Co. bereit. Insgesamt ist die iCloud allerdings eher ein Synchronisationstool als eine echte Cloud-Lösungen. Auch beim iPhone 6s soll sie eine große Rolle spielen.

6. What's in the Box.com?!

Die Cloud-Alternative, die Dropbox wohl am ähnlichsten ist, hört auf den Namen Box. Hier gibt es ganze 10 GB kostenlosen Speicher und auch gelegentlich Aktionen, bei denen sich mehr Gratisspeicher abgreifen lässt – und das sogar dauerhaft. Klarer Punkt für Box.com also. Ebenso wie Dropbox bietet Box eine Website, Apps und einen Sync-Client für den Computer für den Datenzugriff. Minuspunkte gibt es beim kostenpflichtigen Upgrade: Für acht Euro im Monat gibt es lediglich 100 GB Speicher. Etwas ärgerlich ist auch das Upload-Limit. In der kostenlosen Version beträgt die maximale Dateigröße 250 MB, in der kostenpflichtigen immerhin 5 GB.

7. Die MagentaCloud: Wolf im Magenta-Schafspelz

Auch die Telekom bietet eine Dropbox-Alternative an. Für rund 5 Euro im Monat gibt es 50 GB Speicherplatz, für 100 GB wandern rund 10 Euro monatlich über die virtuelle Ladentheke. Apps und Sync-Software sind auch wieder im Angebot. Punkten will die MagentaCloud mit ihren Zusatzfunktionen: So lassen sich einige Fritzbox-Modelle mit der Cloud verbinden, ganze Radiosendungen direkt aufzeichnen und Passwörter verschlüsselt sichern. Highlight: Verschiedene andere Cloud-Alternativen, wie OneDrive, Google Drive und eben Dropbox, lassen sich mit der Telekom zu einer riesigen Wolke zusammenschließen. Übrigens: Für die Telekom Cloud muss man kein Kunde der Telekom sein. Eine kostenlose t-online.de E-Mail-Adresse genügt.

8. pCloud: Erstklassige Sicherheitsfunktionen

pCloud will mit höchster Sicherheit punktet und bietet seinen Usern in der kostenlosen Variante bis zu 20 GB Speicherplatz. Nach erfolgter Anmeldung stehen jedem Nutzer 10 GB kostenlos zur Verfügung, lädt man weitere Freunde ein oder nimmt am Bonusprogramm teil, erhöht sich der Platz. Seine Daten und Verzeichnisse kann man Freunden freigeben und individuelle Zugriffsberechtigungen erstellen. Übertragen werden die Daten bei pCloud auf mindestens drei Server-Standorte und über das sichere TLS / SSL-Protokoll.

9. Ist doch fast das gleiche: GMX MediaCenter & web.de Online-Speicher

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So wie die Telekom bieten auch GMX und web.de ihren E-Mail-Kunden kostenlosen Cloud-Speicher an, der als Alternative zur Dropbox angesehen werden kann. Initial sind das 2 GB, durch die Installation der Apps und PC-Software lässt sich die Cloud auf 10 GB vergrößern. Bis zu 100 GB lassen sich in Schritten (20, 50, 100) für etwa einen Euro pro 10 GB hinzukaufen, wobei es Rabatte für die Nutzer der Premium E-Mail-Dienste gibt. Und was sind die Unterschiede? Eigentlich gar keine. Die Nutzeroberflächen sehen etwas unterschiedlich aus, sonst sind beide Dienste identisch.

10. Fotofinish für Prime-Kunden: Amazon Cloud Drive

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Mit Amazon Prime lohnt sich Cloud Drive - sonst eher weniger. (©Screenshot: Amazon/TURN ON 2015)

Auch Amazon bietet eine Cloud-Lösung an. Im Cloud Drive gibt es 5 GB Speicher kostenlos. Die kostenpflichtigen Modelle dieser Dropbox-Alternative sind dabei eher unattraktiv: 20, 50, 100, 200, 500 oder 1000 GB können für vier Euro pro 10 GB im Jahr hinzugebucht werden. Software gibt es für Android- und iOS-Smartphones und Computer, wobei die mobilen Apps sich auf Fotos und Videos beschränken. Lohnenswert ist Amazon Cloud Drive höchstens für Prime-Kunden. Diese bekommen unbegrenzten Foto-Speicher in der Wolke.

11. Ist das nicht MEGA illegal?

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Cloud auf dem Smartphone: So sieht die MEGA-App aus. (©Twitter/MEGA 2015)

Den größten Gratisspeicher gibt es bei MEGA. Satte 50 GB stehen hier für Dateien zur Verfügung. Mega hat allerdings auch den Ruf, eher eine illegale Filesharing-Plattform zu sein. Keine Sorge, Natürlich ist die Nutzung absolut legal. Sync-Programme gibt es für PC, Mac, Android, iOS, Blackberry und sogar für Browser (Chrome, Firefox).

12. Von Raubfischen und Origami: Copy von Barracuda

Copy richtet sich vor allem an solche Nutzer, die ihre Cloud produktiv verwenden möchten. Im Fokus steht ganz klar die Zusammenarbeit mit anderen. Inhalte und ganze Ordner lassen sich leicht teilen und synchronisieren. 15 GB gibt es auch hier kostenlos. Super für Teamwork: Bei gemeinsam genutzten Ordnern wird Dir nur anteilig Speicherplatz abgezogen. Fürs Werben von Freunden gibt es auch bei Copy Zusatzspeicher. Die Apps mit dem Origami-Logo gibt es nicht nur für Computer und Mobilgeräte, sondern sogar auch für den Rasberry Pi. Zum 1. Mai 2016 stellt die Cloud ihren Dienst ein.

13. Die spinnen doch! Private Verschlüsselung bei SpiderOak

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SpiderOak präsentiert sich humorig, nimmt das Thema Sicherheit aber ernst. (©Twitter/SpiderOak 2015)

Dir ist es wichtig, sensible Daten zu schützen? Dann könnte SpiderOak zur Dropbox-Alternative Deiner Wahl werden. Zwar gibt es kostenlos nur vergleichsweise mickrige 2 GB, doch dafür gibt es etwas anderes: Verschlüsselung. Auf Deinem Computer wird ein personalisierter Schlüssel abgelegt. Nur mit ihm lässt sich das Cloud-Schliessfach öffnen. So kann niemand außer Dir auf Deine Daten zugreifen – dementsprechend gab es auch eine Empfehlung von NSA-Whistleblower Edward Snowden für den Dienst. Natürlich ist auch der mobile Zugang per App möglich. Premium-Pakete gibt es auch: 30 GB für 7, 1 TB für 12 oder 5 TB für 25 US-Dollar. Wer gleich ein ganzes Jahr bezahlt, kann zudem noch etwa 10 Prozent sparen.

14. Nicht ganz so cloudig: BitTorrent Sync

Wenn man es genau nimmt, dann ist BitTorrent Sync eigentlich gar keine Cloud. Dennoch ist der Dienst eine nennenswerte Dropbox-Alternative. Hier gibt es keinen Cloud-Speicher, stattdessen werden die Daten auf Deinen Geräten kontinuierlich synchron gehalten. Das Speicherlimit ist also von der Größe Deiner Festplatte abhängig. Ähnlich wie MEGA wird BitTorrent schnell mit Internetpiraterie in Verbindung gebracht. Sync kannst Du allerdings ruhigen Gewissens benutzen. Praktisch: Es gibt Software nicht nur für Computer und Smartphone, sondern auch für NAS-Geräte. So baust Du Dir so etwas ähnliches wie eine Cloud selber.

15. Bonus: OwnCloud – Onlinespeicher Marke Eigenbau

Du willst Dir nicht so etwas wie eine Cloud selber bauen, sondern eine echte Cloud basteln? Auch dafür gibt es eine Lösung. Sie hört auf den Namen OwnCloud und ist eine Software, die auf Webservern installiert werden kann. Solltest Du nicht gerade ein Rechenzentrum besitzen, kannst Du Dir so einen auch selber bauen. So kannst Du Deinen Rasberry Pi oder einen ausrangierten Laptop erst zum Server und dann zur Cloud umwandeln. Diese Lösung ist jedoch eindeutig nur was für Bastler und Sicherheitsfanatiker. Die OwnCloud-Software selbst ist übrigens kostenlos.

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